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Ostdeutsches Paar auf dem Weg in das ungarische Flüchtlingslager Csilleberc in Budapest am 4. September 1989.
Über hunderttausend Menschen haben im ersten Halbjahr 1989 einen Antrag auf Ausreise in die Bundesrepublik gestellt. Sie sehen keine Perspektiven mehr in der DDR und haben jedes Vertrauen in die politische Führung verloren. Zehntausende verlassen im Sommer das Land. Viele flüchten in die bundesdeutschen Vertretungen in Prag, Budapest, Warschau oder Ost-Berlin.Im Mai 1989 beginnt Ungarn mit dem Abbau seiner Grenzanlagen zu Österreich. Umfassend berichten die westdeutschen Medien darüber und lösen die größte Fluchtwelle in der Geschichte der DDR aus. Zehntausende vor allem junge Menschen flüchten während der Urlaubswochen über die benachbarten Ostblockstaaten. Die gefälschten Ergebnisse der Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989 noch im Kopf, stimmen sie nun mit den Füßen ab.
Immer mehr Menschen klettern über Zäune und Mauern in völlig überfüllte bundesdeutsche Botschaften. Am 30. September verkündet der westdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher in Prag die lang ersehnte Ausreise in die Bundesrepublik. Seine Stimme geht im befreienden Jubelschrei der Menschen unter. Die DDR-Führung ist nicht in der Lage, auf die Flucht und den Reformwillen der Bevölkerung angemessen zu reagieren.